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Netzformen

Netzformen

Wie kommt eigentlich der elektrische Strom vom Kraftwerk zum Verbraucher - also zur Steckdose?

Stromübertragung
Stromübertragung

Zusächst ein Sicherheitshinweis:
Alle Elektroarbeiten dürfen nur von entsprechend ausgebildeten Personen durchgeführt werden. Diese Ausführungen sollen dem Interessieren dienen sich einen Überblick zu verschaffen und stellen in keiner Weise ein Anleitung dar, Arbeiten selbst durchzuführen.

Schauen wir uns dazu erst mal an, wie der Strom im Kraftwerk erzeugt wird. Im Kraftwerk wird über einen Generator Drehstrom erzeugt. Dabei spielt es keine Rolle, um welches Kraftwerk es sich handelt. Ob Kernkraft, Kohle, Gas, Wasser oder Wind, alle sorgen im letzten Schritt dafür, dass ein Generator angetrieben wird. Die erzeugte Spannung wird dann über verschiedene Stromleitungen (Hochspannung) bis zum Trafohaus geschickt, bis er schließlich an der Verbrauchsstellen/Gebäude ankommt. Im Trafohäuschen befindet sich im wesentlichen ein 3-Phasen Transfomator mit 4 sekundärseitigen Anschlüssen. Die Wicklungen sind in einer Sternschaltung zusammengeschlossen, dessen Sternpunkt im Erdreich geerdet ist. Die 3 restlichen Anschlüsse sind die bekannten Aussenleiter/Phasen (L1/L2/L3).

Im Gebäude unterscheidet man dann verschiedene Netzsysteme oder Netzformen:

TN-S
TN-C-S
TN-C
TT

Das erste T sagt aus, dass der Sternpunkt vom Trafo geerdet ist. Es gibt auch noch I für isoliert, was hier aber nicht behandelt wird.
Der zweite Buchstabe bedeutet:
- N = Schutzleiter der Gebäudeinstallation ist mit dem Erdungspunkt im Trafohaus verbunden
- T = Schutzleiter ist nicht mit dem Erdungspunkt im Trafohaus verbunden
Die weiteren Buchstaben bedeuten:
- S = Neutral- und Schutzleiter sind separat verlegt
- C = Neutral- und schutzleiter sind kombiniert verlegt

TN-C-S

TN-C-S System
TN-C-S System

In Europa üblich ist das TN-C-S System.

Vom Trafohäuschen kommen 4 Leitungen (die drei Phasen und der PEN) im Hausanschlusskasten an. Hier wird er PEN in Neutral- und Schutzleiter aufgetrennt. Elektrisch sind die Leitungen immer noch direkt miteinander verunden, werden ab jetzt aber strikt voneindander getrennt verlegt. Der Schutzleiter wird zusätzlich mit dem Fundamenterder vom Gebäude verbunden. Als Leiterfarbe ist immer gelb/grün zu verwenden. Es versteht sich von selbst, dass diese Farben nicht für andere Zwecke verwendet werden dürfen.

TN-S

TN-S System
TN-S System

In Europa selten zu finden, da erhöhter Leitungsbedarf.

Vom Trafohäuschen kommen 5 Leitungen (die drei Phasen, Neutral- und Schutzleiter). Alles sonstige wie beim TN-C-S System.

TN-C

TN-C System
TN-C System

Längst überholtes Netzsystem, das auch als klassische Nullung bezeichnet wird.

Wie beim TN-C-S System kommen 4 Leitungen im Hausanschlusskasten an. Es gibt hier keinen eigenen Schutzleiter! Der Neutral- und Schutzleiter sind in einer Leitung vereint PEN.
Im TN-C System dürfen keine RCD (FI-Schalter) eingebaut werden.

TT-System

TT System
TT System

Wie beim TN-C-S System kommen wieder 4 Leitungen ins Gebäude. Diesmal hat der Neutralleiter aber keine Schutzaufgabe und heißt hier auch nicht PEN sonder nur N. Der Schutzleiter im Gebäude wird mit dem Fundamenterder verbunden und nicht mit dem Neutralleiter der im Hausanschlusskasten ankommt. Die Erdung vom Trafohaus und Gebäude ist also getrennt und nur über das Erdreich miteinander verbunden.