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SIMODRIVE 611

SIMODRIVE 611

Diese Seite soll einen Überblick über das System SIMODRIVE 611 schaffen.

Von Siemens gibt es viele verschiedene Dokumentationen rund um SIMODRIVE 611 (universal (E)). Beim Lesen der Handbücher stolpert man wiederholt über verschiedene Begrifflichkeiten, welche offensichtlich Gleiches bedeuten sollen. Daher hier im ein paar Begriffserläuterungen.

Was ist SIMODRIVE 611?

Mit SIMODRIVE 611 bezeichnet Siemens eine Kombination aus verschiedenen Modulen, welche im Verbund die Regelung von Elektromotoren ermöglicht.

Im Falle einer CNC-Fräsmaschine besteht so ein Verbund aus:
1 Filtermodul (Netzfilter > EMV)
2 Netzeinspeisemodul (Netzteil, ER)
3 Leistungsmodul mit Bedieneinheit (Spindel, HSA)
4, 5, 6, 7 Vorschubmodule (X, Y, Z, A, B Achsen)

Die einzelnen Module werden über einen Gerätebus (Flachbandleitung) miteinander verbunden.

Regelungsbaugruppen (Regelungseinschub) werden in Leistungsmodule (LT-Module) eingebaut. Das Leistungsmodul ist das Gehäuse, das im Schaltschrank festgeschraubt ist. Das Leistungsmodul wird über Stromschienen vom Netzeinspeisemodul (NE-Modul) mit Spannung (typisch +/- 300 VDC, also 600 VDC) versorgt.
Optionsmodule und Speichermodule werden wiederum in die Regelungsbaugruppen eingebaut.

Allgemeine Abkürzungen und Begriffe

Siemens bietet ein Feuerwerk an neuen fachlichen Begrifflichkeiten und wunderschönen Abkürzungen. Grundsätzlich kann man es ja als Vorteil betrachten, wenn eindeutige Begriffe verwendet werden, aber hier haben sich die Schreiber selbst übertroffen. Man braucht schon etwas Übung, damit man die Unterlagen zügig lesen kann. Nicht, dass ich was gegen Abkürzungen habe, aber ist es wirklich notwendig Wörter wie "Inbetriebnahme" mit "IBN" in einem Fließtext abzukürzen? Ebenso trägt es eher zur Verwirrung bei, wenn gebräuchliche Abkürzungen (wie PKW) eine neu Bedeutung bekommen. Einige Abkürzungen wie DAC und DAU bedeuten wohl das Gleiche?

Allgemeine Klemmenbezeichnungen

P600, M600 = Zwischenkreisspannung
X411, X412 = Geberanschluss, Gebersignaleingang Motorgeber
X421, X422 = Geberanschluss, Gebersignaleingang Direktes Messsystem
X461, X462 = BERO-Eingang

Antriebsmodul im Umrichtersystem SIMODRIVE 611

Ein Antriebsmodul setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- Leistungsmodul (Netzfilter, ER)
- Regelungseinschub (Spindelantrieb, Servoantrieb)
- Gerätebus (ggf. Antriebsbus)
- ggf. Optionsbaugruppe

Komponenten

Filter Module, Netzfilter, Line Filter, Drosseln

HFD-Drosseln unterscheiden sich von HF-Drosseln durch einen eingebauten Dämpfungswiderstand.

Hinweise:
6SN1111-0AA01-0xAx = angeschlossene E/R-Module dürfen nur im Blockstrombetrieb betrieben werden (DIP-Schalter an der Gehäuseoberseite)

Leistungsmodul (LT)

Das Leistungsmodul besteht aus:
- Gehäuse mit Spannungsversorgung und Leistungsendstufen
- Steckplatz für Regelungseinschub
- Die Spannungsversorgung erfolgt über die Zwischenkreisschienen (600 VDC)
- Anschluss für Motor

6SN112x-1AA0_-0_A_ (1-Achsausführung)
6SN112x-1AB00-0___ (2-Achsausführung)
x = 3 > Entwärmung intern; x = 4 > Entwärmung extern

Einspeisemodul (NE-Module, Netzeinspeisemodule, Netzeinspeise-Module)

Stellen eine Gleichspannung (Zwischenkreisspannung) für andere Module zur Verfügung. Einfach gesagt, ist das ein Netzteil.

Es gibt Einspeisemodule für Netzspannungen von 400 V bis 480 V.

Es werden folgende Ausgangspannungen zur Verfügung gestellt:
- 600 VDC Zwischenkreisspannung
- +/- 24 VDC, +/- 15 VDC, 5 V DC über den Gerätebus

Die Modulbreite beträgt 50 mm.

E/R = Ein-/Rückspeisemodul (HFD-Drossel erforderlich; Kommutierungsdrosseln)
UE = Ungeregelte Einspeisung (beim Motorbremsbetrieb wird die in den Zwischenkreis eingespeiste Energie in Bremswiderstände angegeben; Es können auch Pulswiderstandsmodule eingesetzt werden.)

Weitere Module (noch nicht genau einzuordnen?
- Umrichter

ÜW = Überwachungsmodul (für eine größere Anzahl von Antriebsmodulen)
HSA-Optionsbaugruppe
Standard-Interface
Komfort-Interface (Drehzahlregelkreis)

Regelungseinschub

Der Regelungseinschub ist eine Art Steckkarte, die in das Leistungsmodul (LT) eingesteckt wird. In diesem Verbund nutzt der Regelungseinschub die im Leistungsmodul bereitgestellten Leistungsendstufen zur Ansteuerung der Motoren.

Die Spannungsversorgung für den Regelungseinschub selbst wird über den Gerätebus bereitgestellt.
Steuer- und Sensorsignale werden am Regelungseinschub angeschlossen.

Es werden folgenden Unterscheidungen getroffen:
- High Performance (VSA, HSA)
- High Standard (VSA, HSA)
- 611 universal (HRS, HRS2, HRS-1)

Regelungsbaugruppe

Der Begriff Regelungsbaugruppe ist nicht gleichbedeutend mit Regelungseinschub. Eine Regelungsbaugruppe besteht aber aus einem Regelungseinschub mit zusätzlichen Funktionen. Das "HLA-Modul" für die Ansteuerung von hydraulischen Achsen ist ein Beispiel.

Beispiele für Bestellnummern
6SN1118-0AA11-0AA1
Steckergruppen: X311 (Positionsgeber); X321; X331; X341; Gerätebus

(HS) Hauptspindelmodule

mit Bedieneinheit
HSA = Hauptspindelantrieb
HSA-ASM für Asynchron-Motore (1PH - Hauptspindelmotoren, 1PM - Hohlwellenmotore)
HSA-SRM für Synchron-Motore (1FE1 - Hauptspindel, 2SP1 - Motorspindel)

Beispiele für Bestellnummern
6SN1121-0BA13-0AA0

(VS) Vorschubmodule (Vorschubantriebe)

VSA für Synchron-Motore (1FT6, 1FK6, 1FK7, 1FW6, 1FN)

Servoantrieb

(VR) Vorschubmodule Resolverregelung

VSA?

(AM) Asyncronmotormodule


Weitere Module

PW = Pulswiderstandsmodul

6SN1113-1AB01-0AA1
schützt den DC-Zwischenkreis vor Überspannung
mit integtiertem Pulswiderstand
zusätzlich kann ein externer Pulswiderstand (6SL3100-1BE22-5AA0) angeschlossen werden

Kondensatormodul

dienen zur Erhöhung der Zwischenkreiskapazität.

Überspannungsbergenzungsmodul

begrenzt die Spannung am Netzeingang